Rollenübernahme

Pädagogische Eigenarten der LC Methodik 3: Rollenübernahme.

Wo immer möglich, empfiehlt es sich Formen einzusetzen, bei denen ein Schüler die Rolle des Ringrichters (oder auch Beobachter/Coach) übernehmen muss. Die Regeln werden so besser verstanden und respektiert.

Dies gelingt am besten im 3er-Team mit Unterbruch nach jedem Treffer: 2 Schüler boxen, einer ist Ringrichter. Der Ringrichter unterbricht den Match nach jedem Treffer oder Foul mit "Stopp". Nach der Nennung des Ereignisses und des aktuellen Punktestandes lässt er die beiden mit "Box" weiterspielen. Nach 90s oder nach 3 Treffern (je nach Aufgabenstellung des Lehrers), wechseln die Rollen.

In dieser Organisationsform muss der "Ringrichter-Novize" seine Aufmerksamkeit nur auf die zwei Boxer richten. Dies erfordert weniger Selbstvertrauen, als z.B. als Schiedsrichter über die ganze Klasse bei einem Fussball-Match zu richten. Gleichzeitig kann dasselbe mit jedem geleiteten Match wachsen.

Der häufige Wechsel erleichtert, sich in die Rolle der Anderen zu versetzen. Das Gefühl, wie schwierig es ist, alle Treffer zu sehen und schnell einzuschreiten, ist nach 90s noch sehr präsent. Ebenso das Bewusstsein wie unangenehm es ist, wenn der Gegner zu hart schlägt und der Ringrichter nichts sagt. Die Schüler werden sich so ihrer Verantwortung bewusst und lernen auch zu verzeihen: jeder macht Fehler. Das Ziel ist, sich in den folgenden Durchgängen zu verbessern.

Die Organisationsform im Semi-Kontakt-Stil, d.h. Unterbruch nach jedem Treffer, erhöht die Aktivität des Ringrichters. Dadurch, dass auch bei Treffern "Stopp" gerufen werden muss, gewöhnt sich der Ringrichter daran, schnell und verständlich einzugreifen. Wenn, wie in der Endform von Light-Contact Boxing, nur bei Fouls unterbrochen wird, kann es sehr lange dauern bis der Ringrichter zum Einsatz kommt. Dadurch erhöht sich der Druck auf denselben und seine Hemmschwelle, bei einem Foul dann wirklich unverzögert einzugreifen. Das Ziel ist, dass die Schüler möglichst viele Gelegenheiten erhalten, ein selbstbewusstes Auftreten als Ringrichter zu üben.