Kann Light Contact auf olympisches Boxen vorbereiten?

Die Antwort lautet: Ja!

 

Light-Contact Boxing ist nicht nur wertvoll als Boxvariante für den Schulbereich, sowie als eigenständige Sportart für Gross und Klein, sondern es kann auch helfen, Boxerinnen auf das olympische Boxen vorzubereiten.

 

Wettkämpfe, von Anfang an

Es dauert seine Zeit, bis ein Boxer bereit ist, im olympischen Boxen in den Ring zu steigen - im Light Contact Boxing kann man nach wenigen Wochen Training in den Ring steigen und Wettkämpfe absolvieren.

 

Wettkämpfe, mit allem, was sie mit sich bringen...

  • die Nervosität vor dem (noch unbekannten?) Gegner
  • Der Druck, vor Publikum aufzutreten
  • Die Umstände - anmelden, messen, warten, bis man dran ist...
  • der Ablauf im Ring, die Kontrolle von Zahnschutz und Handschuhen, die Befehle der Ringrichter, die Signale der Glocken kennen und verstehen lernen
  • mit dem Punktesystem vertraut werden
  • Kolleginnen unterstützen, betreuen, anfeuern, trösten...
  • gewinnen können - und verlieren können

ein Boxer, der Routine gewonnen hat mit Leichtkontaktkämpfen, dürfte sich auch im olympischen Boxen - oder bei andern Sportarten - im Ring von Anfang an wohler fühlen als eine Person, der dies alles ganz neu ist.

Ebenso kann die Trainerin früh feststellen, ob es auf der psychischen (mentalen und emotionalen) Ebene Themen gibt, die für spätere Wettkämpfe geübt werden müssen - Dinge wie Prüfungsangst - ein grossmütiger Gewinner, ein guter Verlierer zu sein - Entscheide von Kampfrichtern akzeptieren - korrektes Verhalten in und neben dem Ring.

Im olympischen Boxen werden alle diese Dinge prononcierter und schärfer auftreten als im Light Contact, und können sehr wohl den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Wenn sie frühzeitig erkannt werden, kann der Trainer darauf hin arbeiten, sie zu mildern und verbessern.

 

ohne Angst experimentieren

Die Tatsache, dass im Light Contact Boxen nur sanft geschlagen wird, unterstützt die Athleten dabei, im Training Risiken einzugehen und Dinge auszuprobieren - denn Fehler schmerzen nicht!

Nur wer ohne Angst experimentieren kann, und sich erlaubt, vom Übungs- oder Sparringspartner getroffen zu werden, hat die Chance, das boxerische Repertoire zu erweitern und entwickeln. Niemand ist perfekt, und schon gar nicht von Anfang an.

Wenn zu früh zu sehr und zu hart geschlagen wird, besteht die Möglichkeit, dass vielversprechende Boxerinnen unnötig vergrault werden und sich vom Sport ganz abwenden, da sie am Anfang, mit noch eingeschränkten technischen Fähigkeiten, nicht bestehen können gegen erfahrenere Boxer.

Mut ist eine Eigenschaft, die genauso sorgfältig und gezielt aufgebaut und gefördert werden muss wie technische Kenntnisse, und die vielerlei positive Erfahrungen benötigt, um immer stärker zu werden.

Technische Finesse

Boxen ist in allen Varianten ein intensiver Sport, der es erfordert, sorgfältig mit der vorhandenen Kraft haushalten zu können.

Viele Anfängerinnen haben das Problem, dass sie zu viel Muskeln einsetzen, oder verspannte Muskeln haben, und aus diesem Grund schnell ermüden.

Light-Contact Boxing lehrt lockere, schnelle, leichte Schläge - keine Wirkungstreffer, aber sehr wohl Treffer, die die Gegnerin verwirren und überfordern können (zum Beispiel als Vorbereitung von Wirkungstreffern), und Treffer, die Punkte generieren können.

Hart schlagen kommt den meisten recht natürlich - leicht schlagen ist hingegen technisch anspruchsvoll.

Light Contact Boxen fügt somit dem boxerischen Repertoire ein wichtiges und nützliches Werkzeug hinzu und übt es intensiv und konsequent.

 

 

 

Geposted am 14.01.2020 um 14:24 Uhr von Limitiert

Eingetragen unter

Kommentare

Kommentare sind für diesen Artikel — nicht erlaubt —